Parodontalerkrankungen

Die Mundgesundheitsziele sehen vor, dass bis 2020 schwere parodontale Erkrankungen unter Berücksichtigung der Risikofaktoren Rauchen, schlechte Mundhygiene, Stress und systemische Erkrankungen auf 10 % in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen beziehungsweise auf 20 % in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen reduziert werden sollen.

Die Daten der bevölkerungsrepräsentativen Studie zeigen jedoch, dass Parodontalerkrankungen weit verbreitet sind und seit 1997 eher zugenommen haben. Unter den Erwachsenen leiden 52,7 % unter mittelschweren (CPI Grad 3) und 20,5 % unter schweren Formen der Parodontitis (CPI Grad 4; Tabelle 3). Bei den Senioren sind 48,0 % von einer mittelschweren und 39,8 % von einer schweren Erkrankung betroffen. Damit ist man von den für 2020 gesteckten Zielen noch weit entfernt. Grund für diesen negativen Trend könnte u. a. der Umstand sein, dass bei diesen Altersgruppen weniger Zähne durch Karies verloren gehen. Damit sind die vorhandenen Zähne mit zunehmendem Lebensalter aber einem steigenden Risiko für parodontale Erkrankungen und auch für Wurzelkaries ausgesetzt. 

Tabelle 3: Vergleich der Daten von DMS III und DMS IV hinsichtlich des Community Periodontal Index (CPI) bei Erwachsenen (35-44 Jahre) und Senioren (65-74 Jahre)

Community Periodontal Index (CPI) bei Erwachsenen (35-44 Jahre) und

Senioren (65-74 Jahre)

 

35-44 Jahre

65-74 Jahre

DMS III

DMS IV

DMS III

DMS IV

%

%

%

%

Grad 0

15,1

0,5

5,7

1,4

Grad 1

10,2

11,8

7,9

4,0

Grad 2

28,5

14,4

22,4

6,8

Grad 3

32,2

52,7

39,7

48,0

Grad 4

14,1

20,5

24,4

39,8

Quelle: Micheelis W, Schiffner U. Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV). Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ Materialreihe Band 31). Deutscher Ärzte-Verlag, Köln (2006).

 

Als besondere Risikofaktoren für schwere Formen der Parodontitis erwiesen sich ein niedriger Bildungsstand und das Rauchen: in der Altersgruppe der Erwachsenen hatten Raucher mit einfacher Schulbildung im Vergleich zum Durchschnitt der Altersgruppe ein um den Faktor 3,3 höheres Risiko, an einer schweren Parodontitis zu erkranken. Schwere Formen der Parodontitis sind außerdem bei Männern häufiger als bei Frauen anzutreffen.