Portrait DGZMK

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): 150 Jahre Wissenschaft im Dienst des Patienten

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e. V. (DGZMK) ist mit den 150 Jahren ihres Bestehens die älteste zahnärztliche Vereinigung in Deutschland. Sie wurde 1859 als „Centralverein Deutscher Zahnärzte“ gegründet. Ihr gehören heute rund 18.000 Zahnärzte und Naturwissenschaftler aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland an. Die DGZMK vertritt vor allem die wissenschaftlichen Anliegen der Zahnheilkunde als Grundlage für die praktische Ausübung und sieht sich als Mittler zwischen Wissenschaft und zahnärztlicher Praxis. Zu ihren Zielen gehört es dabei, die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde als integraler Bestandteil der Medizin fachlich und in der Öffentlichkeit weiter zu etablieren. Mit ihren Patienteninformationen wendet sie sich direkt an Ratsuchende. Hinzu kommen wissenschaftliche Stellungnahmen und Leitlinien, über welche die DGZMK direkt und indirekt am Behandlungsgeschehen in den Praxen beteiligt ist. Weitere Informationen dazu finden sich auf der Homepage www.dgzmk.de.

Als Stimme der wissenschaftlichen Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in Deutschland ist die DGZMK eine feste Instanz. Der heutigen Spezialisierung der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde entsprechend versteht sich die DGZMK als Dachorganisation von 33 Fachgesellschaften, Arbeitsgemeinschaften, Arbeitskreisen und regionalen Gesellschaften. Die satzungsgemäße Aufgabe der DGZMK ist die Förderung der Forschung durch Verbreitung deutscher Forschungsergebnisse im In- und Ausland, die Vermittlung wertvoller ausländischer Forschungsergebnisse sowie die Förderung einer umfassenden und systematischen Fortbildung ihrer Mitglieder und Vergabe angesehener wissenschaftlicher Preise. Die DGZMK zeichnet für die hohe Qualität und Praxisrelevanz des Wissenschaftlichen Programms im Rahmen des jährlichen Deutschen Zahnärztetags (DZÄT) verantwortlich. Dabei wird dieses Programm im 5-Jahres-Rhythmus von allen Gruppierungen unter dem Dach der DGZMK gemeinsam, in den Zwischenzeiten von einer oder mehreren Fachgesellschaften, mit der DGZMK  vorbereitet. 

Patienteninformationen
Die DGZMK wendet sich auf ihrer Homepage www.dgzmk.de direkt an Patienten. Hier lassen sich Patienteninformationen zu fachlichen Fragestellungen wie „Zahnbewusste Ernährung“, „Kariesvorbeugung bei Milchzähnen“ oder „Zahnärztliche Füllungsmaterialien“ abrufen. Darüber hinaus hilft ein Zahnarztsuchdienst beim Finden eines Zahnarztes in der Nähe. Und auch häufige Patientenanfragen für bestimmte Krankheitsbilder werden hier beantwortet.

Wissenschaftliche Publikationsorgane
Die DGZMK unterhält eigene wissenschaftliche Publikationsorgane. Dies sind die „Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift“, die „Zeitschrift für Zahnärztliche Implantologie", die „Oralprophylaxe" die „Clinical Oral Investigation", das „International Poster Journal“ und das „Dental Video Journal“. Diese renommierten Zeitschriften verbinden hohes wissenschaftliches Niveau einschließlich Medline-Listung und Impact-Faktor, wie die „Clinical Oral Investigation“, mit ausgeprägter Praxisrelevanz und Untersetzung durch Fallbeispiele, wie „Dental Video Journal“.

Wissenschaftliche Preise
Die DGZMK vergibt in jedem Jahr angesehene wissenschaftliche Preise, wie z.B.
• Den „Miller-Preis“ für eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit,
• den „Dentsply“ Preis gemeinsam mit der BZÄK für wissenschaftlichen Nachwuchs
• den „Dental Education Award“ in Verbindung mit der Kurt-Kaltenbach-Stiftung
• den DZZ-Jahresbestpreis für die beste wissenschaftliche Veröffentlichung in der Deutschen Zahnärztlichen Zeitschrift,
Darüber hinaus werden punktuell namhafte Anschubfinanzierungen unter einem vorher benannten Generalthema ausgelobt sowie Fördermittel für Forschungsprojekte oder Studien auf Antrag vergeben.

Mitgliederservice
Neben zahlreichen anderen Services bietet die DGZMK allen zahnärztlichen Mitgliedern der DGZMK seit Herbst 2008 Hilfe bei der Diagnostik von Mundschleimhautveränderungen an, die bislang sehr gut frequentiert und ebenso bewertet wurde. In Fällen unklarer Mundschleimhautveränderungen kann ein Bild der Läsion per e-mail an die Geschäftsstelle der DGZMK geschickt werden (Mundschleimhaut(at)dgzmk.de). Diese Bilder werden von einem Spezialistenteam analysiert,, eine Verdachtsdiagnose abgeleitet und Behandlungsempfehlungen gegeben, die der einsendenden Praxis zeitnah zukommen. Das Expertenteam rekrutiert sich aus Klinikern und Wissenschaftlern aus der Schweiz, aus Österreich und aus Deutschland. Koordinator und Teammitglied ist der Vizepräsidenten der DGZMK, PD Dr. Dietmar Weng. Aufgrund der überaus positiven Resonanz auf diesen Service wurde wenig später ein vergleichbarer Service für Röntgenbefunde von der DGZMK ins Leben gerufen. Er erfolgt in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Röntgenologie. Hier liegt die Koordination bei PD Dr. Schulze, Freiburg. Auch dieses Angebot (roentgen(at)dgzmk.de) wurde dankbar aufgenommen und wird viel frequentiert.

Akademie Praxis und Wissenschaft (APW)
Eine der satzungsgemäßen Hauptaufgaben der DGZMK ist die fachlich-wissenschaftliche Fortbildung ihrer Mitglieder. Aus diesem Grunde gründete die DGZMK 1974 die Akademie Praxis und Wissenschaft (APW), die in der Rechtsform eines rechtlich unselbständigen Zweckbetriebes geführt wird. Dies bedeutet, dass diese Einrichtung zwar kostendeckend, nicht aber primär gewinnorientiert geführt wird. Mit der Gründung der APW startete in Deutschland die erste strukturierte und zertifizierte Fortbildung für Zahnärzte.

Leitlinien und wissenschaftliche Mitteilungen zu wichtigen Themen der Berufsausübung
Wissenschaftliche Informationen der DGZMK sollen dazu dienen, diagnostische und therapeutische Entscheidungsprozesse in der täglichen Praxis auf ein wissenschaftliches Fundament zu stellen. Koordiniert durch die DGZMK werden durch die Fachgesellschaften und Berufsverbände Leitlinien und wissenschaftliche Mitteilungen zu wichtigen Themen der Berufsausübung erarbeitet. Diese stehen Zahnärzten, Patienten sowie weiteren Interessierten über die Homepage der DGZMK frei zur Verfügung. Dabei sind die wissenschaftlichen Mitteilungen allein in der Verantwortung der einzelnen Fachgesellschaften, wohingegen die Erstellung der Leitlinien einer festgeschreibenen Methodik folgt und auf formalem Konsens einer repräsentativen Expertengruppe und/oder wissenschaftlicher Evidenz basiert.

Die DGZMK möchte damit die bisherige Rubrik der „Stellungnahmen“ durch eine Sammlung von wissenschaftlichen Mitteilungen und Leitlinien ersetzen, die den Stand des Wissens in deutlich breiterer und aktualisierter Form darstellen.

Des Weiteren dienen die Jahrestagungen der DGZMK mit den Foren der Akademie Praxis und Wissenschaft sowie die Frühjahrstagungen mit hochqualifizierten Darstellungen dem Ansporn junger Wissenschaftler und dem Anspruch, die tägliche Praxisarbeit kontinuierlich den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen.

Die DGZMK ist mit allen ihren Fachgruppierungen Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nicht zuletzt auch, um die Zahnheilkunde als  integralen Bestandteil der gesamten Medizin zu verdeutlichen. Die Wechselwirkungen zwischen Erkrankungen der Mundhöhle und denen des Gesamtorganismus sind auch dank der Forschung von DGZMK-Mitgliedern in den letzten Jahren immer deutlicher geworden und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen. Dieser Weg der weiteren Integration der Zahnmedizin in die Medizin fand seinen ersten deutlichen Niederschlag in der gemeinsamen wissenschaftlichen Tagung aller Fachgruppen unter dem Dach der DGZMK 2005 in Berlin. Unter dem Motto „ZahnMedizin interdisziplinär“ wurden integrative Praxiskonzepte in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt. Die Gründung des „Transdisziplinären Arbeitskreises Regenerative Medizin“ spricht ebenso für diese integrativen Bemühungen wie die vorgesehene des interdisziplinären Arbeitskreises Halitose.

Beteiligung an gesundheitspolitischen Diskussionen
Gemeinsam mit der Bundeszahnärztekammer als berufspolitische Vertretung der deutschen Zahnärzteschaft beteiligt sich die DGZMK in jüngster Vergangenheit auch an den gesundheitspolitischen Diskussionen in Deutschland. So wurde gemeinsam das Konzept einer Neubeschreibung der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZMK) in Deutschland sowie mit dem Verband der Hochschullehrer in der Zahnmedizin der Entwurf einer neuen Approbationsordnung erarbeitet. Die DGZMK setzt sich dafür ein, dass Patienten ungehinderten Zugang zu allen Therapie- und Vorsorgemaßnahmen erhalten, die die moderne ZMK für sie bereit hält.

Fachübergreifende Zusammenarbeit
Neben der innerfachlichen Koordinierungsfunktion gehört auch die Pflege der Beziehungen zu anderen medizinischen Teilgebieten zu den Aufgaben der DGZMK, was insbesondere im Bereich der Leitlinienerstellung an Bedeutung gewinnt. Ebenso bedeutend sind Kontakte zu internationalen Organisationen. Der Vorstand ist hier vielfältig durch entsprechende Mitgliedschaften, Gastrechte auf Vorstandssitzungen oder Kooperationsvereinbarungen eingebunden. Unter anderem bei

• der wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaft AWMF
• dem Deutschen Netzwerk für Versorgungsforschung (DNVF)
• der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Die Präsidenten von DGZMK und BZÄK sind wechselseitig Gast bei den Vorstandssitzungen der anderen Organisation.
• der Vereinigung der Hochschullehrer der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (VHZMK). Auch hier nehmen die Präsidenten wechselseitig an den Vorstandssitzungen der anderen Organisation teil.
• der FDI World Dental Federation
• der PTS (Polnische Stomatologische Gesellschaft)