Konfrontation auf falscher Ebene

12.09.2007

Der Berufsverband der Allgemeinzahnärzte (BVAZ) hat in einem „Offenen Brief“ von Ende August 2007 eine Kritik von Stellungnahmen der DGZMK mit Zeitungspublikationen vermengt, die in keinem Zusammenhang mit der DGZMK stehen. Der Aufruf von BVAZ-Mitgliedern zu einer „ZMK-Leitlinienerstellung an alle Interessierten“ via Internet ist ebenfalls kaum geeignet, eine sachorientierte Arbeit an den Stellungnahmen und Leitlinien zu leisten.
 
Die „Wissenschaftlichen Stellungnahmen“ der DGZMK sind bisher keine „Leitlinien auf niedrigstem Evidenzniveau“, wie die Unterzeichner des Aufrufs behaupten, sondern aktualisierte Handlungsempfehlungen mit fachlich abgesichertem, wissenschaftlichem Hintergrund. Sie repräsentieren nicht einfach die „Meinung einzelner Spezialisten, sondern unterliegen einem interdisziplinären Konsentierungsprozess. Darüber hinaus empfiehlt die DGZMK den Blick auf ihre tatsächlichen, in Abstimmung mit der ZZQ und Moderation innerhalb der AWMF erstellten  „Leitlinien“, und sei es nur, damit sie künftig nicht mehr mit „Wissenschaftlichen Stellungnahmen“ verwechselt werden. Aus demselben Grund erübrigt sich auch eine Stellungnahme (sic!) zur angeblich fehlenden Berücksichtigung der AWMF-Anforderungen an DGZMK-Leitlinien, wie sie im Prolog zum jüngsten Aufruf bemängelt und als Begründung für das eigene Tun herangezogen wird.
 
Insgesamt scheint sich der BVAZ gegen alles, was nach Spezialistentum aussieht, zu wenden. Dabei handelt es sich um den letztendlich aussichtslosen Versuch, die Fortentwicklung einzelner Fachgebiete zu blockieren. Gerade die Bearbeitung von Stellungnahmen in der interdisziplinär aufgestellten DGZMK reduziert das Risiko oder verhindert an Einzelinteressen orientierte Empfehlungen einzelner Fachgesellschaften.
 
Was aber mit emotionaler Kritik wirklich verhindert wird, ist die zeitgemäße Weiterentwicklung unseres Berufsstandes auch unter internationalen Kriterien. Wer etwas weniger voreingenommen an die Sache herangeht, wird unschwer erkennen, dass die wahre Option von Generalisten und Spezialisten im Bereich der ZMK in deren Symbiose zum Wohl des Patienten liegen sollte. Dieses Wohl des Patienten und die Hilfestellung für die Kollegen stehen im Fokus der Wissenschaftlichen Stellungnahmen der DGZMK.
 
Präsident und Gesamtvorstand der DGZMK