Halitosis – DGZMK-Arbeitskreis für frischen Atem

08.12.2010

Döner mit Knoblauchsoße und extra Zwiebeln – wer nach einer solchen Mahlzeit erlebt, dass Mitmenschen lieber auf Distanz bleiben, muss sich zumindest über die Ursache keine Gedanken machen. Nach einigen Stunden und gründlichem Zähneputzen dürfte der Atem wieder frisch und angenehm sein.

Für geschätzte 4 Millionen Menschen in Deutschland, die unter Halitosis leiden, ist das Problem nicht so einfach aus der Welt zu schaffen. Zudem ist nicht selten den Betroffenen das eigene Problem selbst kaum bewusst oder sie scheuen sich, darüber zu sprechen. Ärzte oder Zahnärzte hingegen, die durch einen offenen Hinweis den ersten wichtigen Schritt tun könnten, sind derzeit häufig noch zu wenig über den Themenkomplex Halitosis informiert, um gezielt die Eingrenzung der vielfältigen möglichen extra- sowie intraoralen Ursachen anzugehen. Zwar liegt die Geruchsquelle zu 90 % im Bereich der Mundhöhle, doch auch andere Fachbereiche, wie etwa HNO können betroffen sein. Daher hängt die erfolgreiche Bekämpfung der Halitosis entscheidend auch von einer gelungenen interdisziplinären Zusammenarbeit ab.

Der Arbeitskreis Halitosis der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde hat sich zur Aufgabe gemacht, die Ausbildungssituation auf dem Gebiet der Halitosis zu verbessern, für eine flächendeckende Bereitstellung von Anlaufstellen für Betroffene zu sorgen sowie die Weichen für interdisziplinäres Zusammenwirken zu stellen.

Beim diesjährigen Deutschen Zahnärztetag (12.-13. November in Frankfurt am Main), konnte der Arbeitskreis diesen Zielen erfolgreich näher kommen: Die Fortbildungsveranstaltung zum Themenkreis stieß auf immenses Interesse – ein deutliches Indiz, dass auch auf Seiten der Zahnärzteschaft ein Problembewusstsein besteht.

Bei einem Treffen des Arbeitskreises im Anschluss an die Veranstaltung wurden weitere konkrete Schritte eingeleitet. Dabei steht zunächst die Webseite www.ak-halitosis.de im Mittelpunkt. Sie soll um einen Bereich für Patienten erweitert werden, der es Betroffenen erleichtern soll, kompetente Ansprechpartner zu finden. Parallel dazu finden DHs, ZMPs sowie Zahnärzte hier künftig Ansprechpartner sowie Anamnese- und Befundbögen, die eine erfolgreiche Behandlung der Halitosis in den Praxen ermöglicht.

Die nächste Zusammenkunft des Arbeitskreises Halitosis wird im Rahmen des 2. Deutschen Halitosistages vom 25.-26. Februar 2011 in Berlin stattfinden (Anmeldung unter http://www.quintessenz.de/events_qv.php).


Kontakt:
PD Dr. Rainer Seemann
Abt. für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin, zmk, Universität Bern
www.ak-halitosis.de