Schwarze Zahnverfärbungen bei Kindern

Mein Sohn, 6 Jahre alt, hat seit 2 Jahren schwarze Verfärbungen unterhalb des Zahnfleisches. Diese lassen sich nicht durch normales Putzen entfernen, sondern durch spezielles Pollieren durch den Zahnarzt. Nach vier Monaten beginnen die Verfärbungen aber wieder. Was ist die Ursache und was kann man dagegen tun?


Antwort:
Bei den Verfärbungen handelt es sich um sog. "schwarze Beläge" ("black stain"), die bei ca. 4% der Kinder in unterschiedlicher Ausprägung vorkommen. Es handelt sich um Farbstoffablagerungen auf den Zähnen, die dem Zahnfleischsaum girlandenförmig folgen. Ihre Entstehung ist nicht vollständig geklärt. Fest steht, dass es sich um Eisensulfid handelt, das als Reaktionsprodukt von Speichelbestandteilen (Eisen) und bakteriellen Stoffwechselprodukten (Schwefelverbindungen) entsteht. Diese werden in bestimmten Bakterienarten gebildet, die nur wenige Menschen haben.

Sowohl die Bakterien als auch die Beläge sind harmlos, es stört jedoch die Farbe. Die Beläge sind in der Tat nur professionell, also durch den Zahnarzt und sein Team, zu entfernen, und nach einiger Zeit sind sie wieder da. Gründliches Zähneputzen verlangsamt das Wiedererscheinen der farbigen Beläge, kann es jedoch nicht verhindern. Problematisch ist, dass die Mitmenschen meinen, die Zähne wären schlecht geputzt oder kariös, dabei ist das Gegenteil der Fall. Dies kann gerade unter Kindern eine Härte sein.

Letztlich bleibt daher nur die professionelle Entfernung. Vielleicht kann es etwas trösten, dass die betroffenen Kinder meist wenig Karies haben (weil so gut geputzt wird), und dass die Verfärbungen in der Regel nach der Pubertät verschwinden (warum ist nicht bekannt). Wenn die Beläge alle 3 bis 4 Monate entfernt werden, nimmt der Zahnschmelz hierdurch keinen Schaden.